Content mit Respekt

Noch ein Schluck erkalteter Kräutertee, noch ein Griff in die Tüte mit der Nussmischung; es ist wieder später geworden. Denn, wenn ich in einen Flow-Zustand gerate, fließt die Zeit schneller als sonst, weil es mir so viel Spaß macht.

Ein letzter Blick in das Backend:
Ist auch kein Rechtschreibfehler hineingerutscht? Funktionieren alle Links? Ist da irgendwo ein Absatz zu viel? Habe ich im Editorial auch die richtigen Texte angeteasert?

Sind meine Formulierungen auch wirklich die passend für die Leserschaft, die durchschnittlich etwas älter ist als ich selbst und sich manchmal etwas anders ausdrückt?

Während ich auf „Newsletter versenden“ klicke, flutet ein kleine Welle Adrenalin meinen Körper. Auch nach anderthalb Jahren habe ich noch gesunden Respekt davor, einen E-Mail-Newsletter zu verschicken.

Ich habe Respekt vor der Zeit der vielen Menschen, die die Mail anklicken und lesen werden. Ich habe Respekt vor dem Raum in ihren Postfächern und damit einem kleinen Platz in ihrem Alltag. In diesem Raum will ich einen Mehrwert schaffen, statt das Internet mit weiteren Belanglosigkeiten zu fluten.

Eine Beispielrechnung mit fiktiven Zahlen:
Von 1000 Abonnent*innen eines Rundbrief öffnen 400 die Mail. Sie lesen durchschnittlich nur sechs Minuten lang den Newsletter. Es ergeben sich 2.400 Minuten Lesezeit. In Stunden: vierzig. Ich habe gerade eine ganze Arbeitswoche Zeit verplant. Ich erhalte freiwillig die Zeit und die Aufmerksamkeit anderer Leute – Geschenk und Verantwortung zugleich.


Den aktuellen Rundbrief des Zukunftsrats kann man hier lesen.

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